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Innenaufnahmen

Kindergarten "Max und Moritz" in Uhldingen-Mühlhofen, Bodenseekreis

Passivhaus zertifiziert

Ansteigende Kinderzahlen und veränderte Anforderungen an die Betreuungszeiten der Kinder veranlassten die Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen den gemeindeeigenen Kindergarten “Max & Moritz“ im Ortsteil Oberuhldingen zu erweitern. Im Zuge dieser Erweiterung wurde der renovierungsbedürftige Kindergarten im Zentrum geschlossen und in den Neubau integriert. Seitens der Gemeinde wurde ein wirtschaftlicher Erweiterungsbau gefordert. Neben günstigen Erstellungskosten, spielt bei einer wirtschaftlichen und nachhaltigen Betrachtungsweise auch der Unterhalt des Gebäudes eine große Rolle. Unser Vorschlag den Neubau im Passivhausstandard zu erstellen und somit in Zukunft nur mit minimalsten Heizkosten rechnen zu müssen, ist bei der Gemeinde auf offene Ohren gestoßen.

Bauherr:

Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen

Standort:

Uhldingen-Mühlhofen

Baujahr / Bauzeit

2006-07 / 10 Monate

Energiestandard:

Passivhaus

Nutzfläche

413 m2

Energiekennwert Heizwärme:

15.2 kWh/(m²a)

PV Anlagengröße:

43 kwp

Ansteigende Kinderzahlen und andere Anforderungen an die Betreuungszeiten veranlassten die Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen den gemeindeeigenen Kindergarten “Max & Moritz“ im Ortsteil Oberuhldingen zu erweitern. Im Zuge dieser Erweiterung wurde der renovierungsbedürftige Kindergarten im Zentrum geschlossen und in den Neubau integriert.

Konzept
Seitens der Gemeinde wurde ein wirtschaftlicher Erweiterungsbau gefordert. Neben günstigen Erstellungskosten, spielt bei einer wirtschaftlichen und nachhaltigen Betrachtungsweise auch der Unterhalt des Gebäudes eine große Rolle. Unser Vorschlag den Neubau im Passivhausstandard zu erstellen und somit in Zukunft nur mit minimalsten Heizkosten rechnen zu müssen, ist bei der Gemeinde auf offene Ohren gestoßen.

Lage / Städtebau
Auf einer bisher als Bolzplatz genützten Freifläche zwischen dem bestehenden Kindergarten und dem Schulbereich bzw. Sportgelände, konnte eine optimale Südausrichtung gewählt werden. Erschließung und Ausrichtung sind somit logisch positioniert. Dem verwinkelten Altbau aus den 90-er Jahren wurde als Kontrast ein klarer eingeschossiger und kompakter Baukörper gegenübergestellt.

Architektur
Die neue Eingangshalle fügt sich zwischen Alt- und Neubau und stellt das Bindeglied beider Baukörper und Bauweisen dar. Sie erschließt sowohl die beiden Gebäude als auch den Freibereich im Süden. Eine markante Eingangsüberdachung betont den Zugangsbereich des Kindergartens und bietet auch Schutz gegen Wind und Regen. Die Stahlbetonfertigteil-Konstruktion wird geprägt durch die Figuren von Max und Moritz, welche als Öffnungen innerhalb der Betonwand ausgeführt wurden.

Neubau im Passivhausstandard - Zertifiziert durch das Passivhausinstitut Darmstadt 
Der Neubau wurde im Passivhausstandard ausgeführt und bietet neben geringsten Energiekosten somit auch ein Optimum an Komfort: Hygienische Grundlüftung, warme Oberflächen und großflächige Verglasung der Südfassade, beste Belichtung und gute Orientierung für die Kleinen.
Die Gruppen- und Intensivräume wurden zur südlich gelegenen Spielwiese hin angeordnet und werden über eine raumhohe Verglasung optimal belichtet. Als Fensterkonstruktion wurde eine Pfosten-Riegel-Fassade gewählt. In Teilbereichen wurden die Querriegel aufgedoppelt und sind als Tischflächen nutzbar.
Neben 2 Gruppenräumen (einer davon ist als Kleinkindgruppe ausgestattet) befindet sich auf der Südwestseite der neue Mehrzweckraum. Er wird überwiegend als Bewegungsraum genutzt, kann aber im Bedarfsfall mit nur wenigen Handgriffen über mobile Trennwände zu einem grossen Veranstaltungsraum erweitert werden.
Der Flurbereich wurde durch eine geschwungenen Wandscheibe aufgelockert. Diese ist mit dunkler Magnetfarbe gestrichen und kann somit als Ausstellung- bzw.  Präsentationsfläche für die “Kunstwerke“ der Kinder dienen. Nördlich dieser Wandscheibe sich die Nebenräume (Technik und Sanitärräume des Neubaus) angeordnet.

Farbkonzept
Helle, frische Gelb- und Grüntöne kennzeichnen vor allem das äussere Erscheinungsbild des Neubaus. So wurde die horizontal gebänderte Aussenfassade aus Faserzementplatten in 6 unterschiedlichen Farbtönen gestaltet.
Im Innern dominieren neutrale Flächen, welche jedoch immer wieder durch das gelb-grüne Farbspiel ergänzt werden (Leibungen der Oberlichter, farbiges Glas, Wandbeplankung im Mehrzweckraum).

(„Rest“) Heizung /Warmwasser
Der Heizwärmebedarf  des Passivhaus-Anbaus beträgt nur ca. 1/8 des Altbaus. Durch den sehr geringen Mehrbedarf an Heizwärme konnte der Neubau einfach an die vorhandene Heizzentrale angebunden werden. Eine zusätzlicher Heizung ist somit nicht erforderlich. Als („Rest-) Heizungssystem kommt eine in Teilbereichen und mit sehr niedriger Vorlauftemperatur ausgelegte Fussbodenheizung zum Einsatz. Sie wird nur an wenigen Wintertagen notwendig sein, ist jedoch durch die fehlenden „inneren (Energie-) Gewinne
(die Kinder sind ja über das Wochenende 2 ½ Tage nicht da!) erforderlich.
Die Funktionen “Heizen“ und “Lüften“ werden übrigens von getrennten Systemen übernommen, da gegensätzliche Regelanforderungen bestehen:
geringe Belegung = erhöhter Heizbedarf und geringer Lüftungsbedarf
hohe Belegung = kein Heizbedarf, jedoch erhöhter Lüftungsbedarf
Im Neubau gibt es nur einen sehr geringen Warmwasserbedarf. Aus energetischen und wirtschaftlichen Gründen erfolgt die Warmwasserbereitung dezentral an den Verbrauchsstellen mit Durchlauferhitzern.  

Lüftung
Die Aussenluft der Lüftungsanlage wird in der Heizperiode über einen Sole-Erdwärmetauscher vorerwärmt (bzw. im Sommer gekühlt). Die Soleleitungen wurden in einer Tiefe von ca. 1,50m ringweise um das Gebäude verlegt und haben eine Gesamtlänge von ca. 800 m. Über Vorheizregister wird die Wärme auf die zugeführte Aussenluft mit ca. 85% Wirkungsgrad übertragen. Nebenbei ist damit auch ein ausreichender Frostschutz der Lüftungsanlage sichergestellt.
Die Lüftungsanlage ist als Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung ausgeführt. Die Wärmerückgewinnung ist mit einer Bypass-Leitung versehen, so dass im Sommer die vorgekühlte Aussenluft ohne Aufwärmung genutzt werden kann.
Die frische vorerwärmte (oder gekühlte) Aussenluft wird den Aufenthaltsbereichen über Weitwurf-Ventile zugeführt und in den Nebenräumen/Sanitärräumen wieder abgesaugt (Prinzip der Querströmung). Eine hygienische Grundlüftung ist somit gewährleistet. Bei Bedarf kann selbstverständlich über die Fenster – wie bei allen Passivhäusern -  zusätzlich gelüftet werden!    
 

Daten

Bauherr:  Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen

Standort:  Uhldingen-Mühlhofen

Baujahr:  2006-07

Bauzeit:  10 Monate

Energiestandard:  Passivhaus

Wohneinheiten:  1

Nutzflaeche:  413 m2

Nutzer:  42

Umbauter Raum (Gebäude):  2653 m3

Besonderes: 

Spatenstich sowie Baubeginn für das Objekt waren Anfang September 2006, knapp ein Jahr später fand die Eröffnung statt. Die Nutzfläche von 425 Quadratmetern bietet 25 plus 12 Kindern und elf Betreuerinnen Platz. Die Drucktest-Messung n50 ergab den Luftdichtheitswert von 0,29.

Der Heizwärmebedarf  des Passivhausanbaus beträgt nur etwa ein Achtel des Altbaus. Durch den sehr geringen Mehrbedarf an Heizwärme ließ sich der Neubau einfach an die vorhandene Heizzentrale anbinden. Eine zusätzliche Heizung war nicht erforderlich. Als Rest-Heizungssystem ist eine in Teilbereichen und mit sehr niedriger Vorlauftemperatur ausgelegte Fußbodenheizung eingesetzt. Zwar wird diese nur an wenigen Wintertagen notwendig sein, ist jedoch durch die tageweise fehlenden „inneren“ Energiegewinne – wenn die Kinder über das Wochenende etwa zweieinhalb Tage nicht da sind - erforderlich. Die Funktionen “Heizen“ und “Lüften“ werden hier im Kindergarten von getrennten Systemen übernommen, da gegensätzliche Regelanforderungen bestehen: eine geringe Belegung bedeutet einen erhöhten Heizbedarf und dabei einen geringen Lüftungsbedarf; eine hohe Belegung hingegen bringt keinen Heizbedarf, jedoch erhöhten Lüftungsbedarf mit sich. 
Im Neubau gibt es nur einen sehr geringen Warmwasserbedarf. Aus energetischen und wirtschaftlichen Gründen erfolgt die Warmwasserbereitung daher dezentral an den Verbrauchsstellen mit Durchlauferhitzern. Die Außenluft der Lüftungsanlage wird in der Heizperiode über einen Sole-Erdwärmetauscher vor erwärmt beziehungsweise im Sommer gekühlt. Die Soleleitungen sind in einer Tiefe von etwa 1,50 Metern ringweise um das Gebäude verlegt und haben eine Gesamtlänge von etwa 800 Metern. Vorheizregister übertragen die Wärme auf die zugeführte Außenluft mit einem Wirkungsgrad von etwa 85 Prozent. Nebenbei ist damit auch ein ausreichender Frostschutz der Lüftungsanlage sichergestellt.
Die Lüftungsanlage ist als Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung ausgeführt. Die Wärmerückgewinnung ist mit einer Bypass-Leitung versehen, so dass im Sommer die vor gekühlte Außenluft ohne Aufwärmung genutzt werden kann.
Die frische vor erwärmte oder gekühlte Außenluft wird den Aufenthaltsbereichen nach dem Prinzip der Querströmung über Weitwurfventile zugeführt und in den Nebenräumen wie auch Sanitärräumen wieder abgesaugt. Eine hygienische Grundlüftung ist somit gewährleistet. Bei Bedarf kann selbstverständlich – wie bei allen Passivhäusern – über die Fenster zusätzlich gelüftet werden! 

Energiekennwert Heizwärme:  15.2 kWh/(m2a)

Drucktest:  0.29 h-1

Primaerenergiebedarf ohne Haushaltsstrom:  57 kWh/(m2a)

Primaerenergiebedarf mit Haushaltsstrom:  110 kWh/(m2a)

PV Anlagengroesse:  43 kwp

Details

Baubeginn:  10.2006

Fertigstellung:  08.2007

Passivhäuser Schulen und Kindergärten  / Ausgabe 2012  / Weka

Musterprojekte, Konstruktionsdetails, Kennwerte

Der Kindergarten Max und Moritz wird in dem Buch "Passivhäuser, Schulen und Kindergärten" von Rudolf Lückmann ausführlich vorgestellt.

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Kommunale Bauten im Passivhausstandard  / Stuttgart, 2. Oktober 2008

IFBau-Seminar

Im IFBau-Seminar "Kommunale Bauten im Passivhausstandard" am 2. Oktober 2008 in Stuttgart wurde der Kindergarten "Max und Moritz" vorgestellt.

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Informationsdienst Holz Bv Kindergarten Max und Moritz  / Ausgabe 10-2008

Der Informationsdienst Holz hat den Kindergarten Max und Moritz auf einem Infoblatt veröffentlicht.

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1. Architekturpreis Passivhaus BV Kindergarten Max und Moritz  / Ausgabe 2010

Die Finalisten

Der Erweiterungsbau Kindergarten Max und Moritz ist unter den Finalisten für den "1.Architekturpreis Passivhaus".

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